Sven Krohlas, Dettenheim

Anfrage vom 21. April 2013

Antwort des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg:
 
  Bezeichnung des Abfalls Gesamtzahl Behälter Stand der Rückführung und Zwischenlagerung Voraussichtlicher Transportzeitraum
AREVA (LA Hague) MAW-Glasprodukt (CDS-B) 5 Zwischenlagerung ursprünglich in TBL Gorleben vorgesehen. Erster Transport voraussichtlich 2015
  Hochdruck kompaktierte Abfälle, CSD-C (BE-Hülsen und Endstücke) 152 Zwischenlagerung in TBL Ahaus vorgesehen. Nich vor 2026
         
Sellafield Ltd. (Sellafield) HAW-Glaskokillen 21 Zwischenlagerung ursprünglich in TBL Gorleben vorgesehen. Erster Transport voraussichtlich 2015

 

Aus der Tabelle kann entnommen werden, dass 21 Behälter aus Sellafield und 5 Behälter aus La Hague zurückzuführen sind. Daraus ergibt sich eine Summe von 26 Behältern die ursprünglich im Zwischenlager Gorleben eingelagert werden sollten. Außerdem sollen 152 Behälter mit hochdruckkompaktierten Abfällen im Zwischenlager Ahaus eingelagert werden.

Antwort der EnBW Kernkraft GmbH:
Baden-Württemberg hat die grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, die Zwischenlagerung der Castorbehälter aus La Hague in Betracht zu ziehen. Aufgrund der Grenznähe zu Frankreich käme dafür vor allem das Zwischenlager am Standort Philippsburg in Betracht. Konkrete Zusagen wurden bislang nicht gemacht.
Antwort des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg:
Abgebrannte Brennelemente wurden zur Wiederaufarbeitung nach Sellafield und La Hague aus den meisten Kernkraftwerken Deutschlands transportiert. Die bei der Wiederaufarbeitung angefallenen Abfälle müssen zurückgenommen werden. Dabei handelt es sich um verglaste Spaltproduktlösungen, Strukturteile, Hülsen etc. Bei den Energieversorgungsunternehmen der Anlagen handelt es sich um die E.ON Kernkraft GmbH, RWE Power AG, Vattenfall GmbH und um die EnBW Kernkraft GmbH.
Antwort des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg:

Aus der Stellungnahme der Entsorgungskommission „Spezifikation der Fa. AREVA NC zu mittelradioaktiven verglasten Abfällen (CSD-B) aus der Wiederaufarbeitung von deutschen LWR-Brennelementen“ können die einzelnen Radionuklide und die jeweiligen Aktivitäten der Radionuklide für MAW-Glaskokillen (MAW=Medium Active Waste) entnommen werden.

Die Stellungnahme ist im Internet abrufbar unter: www.entsorgungskommission.de/downloads/stncsdbesk15homepage.pdf

Antwort des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg:
Das Aktivitätsinventar der Behälter mit MAW-Glaskokillen, deren Einlagerung im Zwischenlager KKP diskutiert wird, ist vernachlässigbar gering gegenüber dem Aktivitätsinventar der bereits eingelagerten Behälter mit abgebrannten Brennelementen. Damit würde sich die Strahlenbelastung durch die zusätzliche Einlagerung nicht wesentlich erhöhen
Antwort des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg:
Die Stadt Philippsburg hat vom Betrieb des Kernkraftwerkes finanziell profitiert, insbesondere durch Gewerbesteuereinnahmen. Durch das Umlagensystem muss die Stadt Philippsburg rund 80 % dieser Einnahmen abführen. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass die Höhe der Einnahmen nicht veröffentlicht werden darf, da diese Angaben unter das Steuergeheimnis fallen. Neben den Steuereinnahmen für die Stadt hat der Betrieb auch indirekte finanzielle Effekte auf die örtliche Wirtschaft (z. B. Handwerksbetriebe), exakte Daten und Erhebungen hierzu liegen bei der Gemeinde aber nicht vor.
Antwort des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg:
Gemäß § 46 Strahlenschutzverordnung gilt ein Grenzwert von 1 Millisievert pro Kalenderjahr am Anlagenzaun. Die durch den Betrieb des Standort-Zwischenlagers Philippsburg bedingte Strahlenexposition der Bevölkerung sowie die Strahlenexposition des Betriebspersonals resultierten ausschließlich aus der Direktstrahlung der Transport- und Lagerbehälter. An der ungünstigsten öffentlich zugänglichen Einwirkungsstelle ergibt sich nach Angaben der EnBW Kraftwerke AG durch die Direktstrahlung des Standort-Zwischenlagers Philippsburg eine Strahlenexposition von ca. 0,06 mSv/a.
Antwort des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg:
„Aufgrund der geringen Direktstrahlung - auch an der ungünstigsten öffentlich zugänglichen Einwirkungsstelle - ist eine zusätzliche Abschirmmaßnahme aus Strahlenschutzgesichtspunkten nicht erforderlich. Die Behälter befinden sich im Kontrollbereich der Anlage. Für das Personal gelten die im Betriebshandbuch verfügten Schutzmaßnahmen.“
Antwort des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg:
Die Genehmigung zur Aufbewahrung von Transport- und Lagerbehälter ist für 40 Jahre ab der ersten Einlagerung eines beladenen Transport- und Lagerbehälter erteilt. Gemäß § 19a Abs. 3 Atomgesetz ist im Abstand von 10 Jahren jeweils eine Sicherheitsüberprüfung der Zwischenlager durchzuführen, ggf. auftretende Mängel sind zu beheben. Die Zwischenlager sind jeweils gegen das standortspezifische Bemessungserdbeben ausgelegt. Genauere Informationen zum Bemessungserdbeben am Standort Philippsburg enthalten die Broschüre über das Zwischenlager Philippsburg sowie die Genehmigung für das Zwischenlager Philippsburg.

Eine Broschüre über das Zwischenlager Philippsburg ist im Internet abrufbar unter: www.bfs.de/de/transport/zwischenlager/dezentrale_zwischenlager/standorte/kkp_szl_kb.pdf

Eine Broschüre über Zwischenlager allgemein ist im Internet abrufbar unter: www.bfs.de/de/bfs/publikationen/broschueren/transport_lagerung/dezentr_zwischenlager.pdf

Die Genehmigung zur Aufbewahrung von Kernbrennstoffen im Standort-Zwischenlager in Philippsburg der EnBW Kraftwerke AG ist im Internet abrufbar unter: www.bfs.de/de/transport/zwischenlager/dezentrale_zwischenlager/standorte/kkp_szl_ge.pdf

Aktuelles

Nächste Sitzung

Die nächste Sitzung der Informationskommission zum Kernkraftwerk Philippsburg findet in der Jugendstilfesthalle, Udenheimer Straße 3 in Philippsburg statt.

Sobald der Termin feststeht, wird er hier bekannt gegeben.

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