Sven Krohlas, Dettenheim

Anfrage vom 26. März 2013

Hintergrund der Frage ist die große Menge an Abfällen, die an diversen Standorten lagern und die Notwendigkeit der Rückholung von Abfällen aus der Asse. Hier kommen noch die ca. 7000 Tonnen pro Kraftwerksblock, die beim Rückbau anfallen.

Ein paar Zahlen hierzu: Derzeit geplante Lagerkapazität Schacht Konrad: 303.000 m³

Derzeit vorhandene Abfälle:

Zwei Drittel der geplanten Lagerkapazität ist damit also bereits verplant. Und diese Auf-stellung der einzulagernden Abfälle ist nicht vollständig.

Antwort des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg:
a) Kapazität Konrad 
Das Endlager Konrad ist für ein Volumen von 303.000 m3 endlagerkonditionierten Abfalls genehmigt. Die Abfallprognose des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) weist heute einen Abfallanfall von 300.000 m3 bis zum Jahr 2060 und ca. 304.000 m3 bis zum Jahr 2080 aus. In dieser Prognose sind auch die geschätzten Rückbauabfälle aus den Kernkraftwerken enthalten. Da es sich um Schätzungen handelt, geht das BfS im Augenblick davon aus, dass die genehmigten Kapazitäten für das Endlager Schacht Konrad für diese Abfälle knapp ausreichen werden. 

Die zitierten 62.000 m3 Asse-Abfälle werden in der FAQ des BfS (Anlage 2) als zurückzuholendes Abfallvolumen bezeichnet. Wo diese Abfälle nach der Rückholung neu konditioniert und danach zwischengelagert bzw. endgelagert werden sollen ist noch unklar. Der bestehende Planfeststellungsbeschluss für das Endlager Konrad deckt eine Einlagerung der rückzuholenden Abfälle aus der Schachtanlage Asse II nicht ab. Außerdem reichen die genehmigten Kapazitäten für das Endlager Konrad für die zusätzliche Einlagerung von Asse-Abfällen nicht aus. Sollten also auch diese Abfälle in Konrad eingelagert werden, so ist dazu ein neuer Planfeststellungsbeschluss erforderlich.
 
b) Abfallzwischenlager am Standort 
Bislang lagern an den Kernkraftwerksstandorten nur geringe Mengen an radioaktiven Abfällen aus dem Betrieb. Sobald der Abbau der Anlagen beginnt bzw. eine gewisse Phase erreicht hat, fallen vermehrt radioaktive Abfälle an. Diese müssen für das Endlager Konrad konditioniert und für den Abtransport zum Endlager Konrad bereitgestellt bzw. zwischengelagert werden. Die Größe der Zwischenlager ist davon abhängig, wann die Voraussetzungen für die Einlagerung der Abfälle in Konrad vorliegen. Mit einer Inbetriebnahme des Endlagers Schacht Konrad ist nicht vor 2019 zu rechnen, einige aktuelle Presseartikel mutmaßen, dass sich die Inbetriebnahme auf mindestens 2021 verschiebt. Selbst bei einer Inbetriebnahme des Endlagers im Jahr 2019 werden die vorhandenen Zwischenlagerkapazitäten voraussichtlich nicht ausreichen, da den einzelnen Abfallablieferern nur begrenzte Kapazitäten zur Ablieferung in Konrad zugeordnet sind. Inbetriebnahmezeitpunkt des Endlagers und die Rückbaugeschwindigkeit bestimmen somit maßgeblich den Zwischenenlagerbedarf an den Standorten der Kernkraftwerke und damit die Größe der Zwischenlager. Wie groß dieser Bedarf tatsächlich ist, ist allerdings erst nach Vorlage der entsprechenden Genehmigungsanträge für den Rückbau der Kernkraftwerke und verbindliche Aussagen zum Beginn der Einlagerung radioaktiver Abfälle in Konrad abschätzbar.
Antwort des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg:
Aerosol-Abgaben können auch nach der Revision durch betriebliche Vorgänge auftreten. Beispielsweise wenn größere Flüssigkeitsmengen in den Behälter bewegt werden (beim Auf- oder Nachfüllen von Behältern oder Systemen). Dabei werden die über den Flüssigkeiten liegenden aerosolhaltigen Luftmengen verdrängt und ggf. abgeleitet. Ebenso können Aerosole austreten wenn Behälter geöffnet werden, z.B. in der Aufbereitung für das Wasser oder Abwasser des Primärkreislaufes.
Antwort des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg:
Das Tritium wird im Wesentlichen mit Abwässern aus dem nuklearen Abwassersystem abgeleitet. Das Kühlmittel im Primärkreislauf wird kontinuierlich gereinigt und aufbereitet. Die dabei anfallenden Abwässer werden mit anderen Abwässern aus der Reaktoranlage im Abwassersystem aufbereitet, gereinigt und nach entsprechende Messung kontrolliert über das Hauptkühlwassersystem in den Rhein (bei KKP) abgegeben. Weitere Informationen zur Abgabe von Tritium können der als Anlage 2 beigefügten Landtagsdrucksache DS 15/2739 entnommen werden.

Aktuelles

Nächste Sitzung

Die nächste Sitzung der Informationskommission zum Kernkraftwerk Philippsburg findet in der Jugendstilfesthalle, Udenheimer Straße 3 in Philippsburg statt.

Sobald der Termin feststeht, wird er hier bekannt gegeben.

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